Category Archives: Nuklearunfall

Tschernobyl forever?

Mit Tschernobyl betrat der Mensch zum ersten Mal und für lange Zeit ein unsicheres Terrain. Sich dieser Tatsache  entziehen zu wollen und die Ukraine ihrem Schicksal zu überlassen birgt das Risiko, dass sich die Geschichte wiederholt. Der Mensch hat ein kurzes Gedächtnis, das Atom hingegen ein langes Leben.

[…]

In der Zone reichen ein falscher Schritt oder eine falsche Bewegung, sie merken nichts, aber nach zwei oder drei Jahren sind sie auf einmal krank. Auch wenn es paradox klingt: Man muss die Menschen an diesen Ort führen, gut es besteht ein Risiko, aber die Gefahr, dass in Vergessenheit gerät, was hier passiert ist, stellt in meinen Augen ein weit größeres Risiko dar.

Alexander Norikov, Verantwortlicher für Strahlenschutz in Tschernobyl

Die Geschichte hat sich mit Fukushima quasi wiederholt. Gerade weil die Menschen sogar Fukushima, wo sich der Unfall ja erst vor einem Jahr ereignet hat, schon fast wieder vergessen haben und deren Folgen runter gespielt werden ist es wichtig, Dokumentationen wie “Tschernobyl Forever” zu anzuschauen.

In den Medien entsteht teilweise der Eindruck, als wenn die Folgen der Katastrophe eh schon bald wieder vorbei sind bzw. manches nur eingebildet ist. Verschiedene Informationen tauchen auf, die erklären, dass die Strahlung “eh nicht so hoch ist”, obwohl Niemand genau sagen kann, welchen Einfluss ein dauerhaft ausgesetzt sein einer auch unter offiziellen Grenzwerten liegender Strahlung auf die Menschen und sogar deren Nachkommen (durch Erbgutschädigungen)  hat. In verschiedenen Dokumentation über Tschernobyl und die Folgen sieht man, welche großen Auswirkungen es auf die Menschen gehabt hat und hat aber auch wie viele Probleme die Menschen haben als Strahlungsopfer anerkannt zu werden, vor allem diejenigen, die erst Jahre später erkrankt sind bzw. die nicht die erwarteten Krankheiten haben.

In dieser Dokumentation geht es weniger um den Ablauf des, inzwischen in vielen Dokumentation behandelten, Unfalls selber sondern um einen Teil der Folgen. Es kommen verschiedene Betroffenen und zum Teil auch schon Nachfahren zu Wort.

Man bekommt einen kleinen Eindruck des Umgangs mit dem Unfall und deren Folgen, sowohl des künstlerischen (Spiel Stalker, Musik, Filme) aber auch der Diskussion um den Bau einer neuen Schutzhülle für den explodierten Reaktor.

Diese ist aufgrund von verschiedenen Verzögerungen nach wie vor nicht fertig. Die Fußball Europameisterschaft ist/ war eines der Projekte, die in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit bekommen hat. Aber gerade in diesem Zusammenhang sollte man auch auf die “anderen Seiten” der Ukraine schauen, auch wenn es für die meisten Menschen, auch für die Fußball-Touristen, keine Möglichkeit gibt sich die Angelegenheit aus der Nähe anzuschauen. Obwohl der Unfall drastische Auswirkungen auf die Ukraine (und das angrenzende Weißrussland) gehabt hat und weiter hat, unter Anderem eine starke Bevölkerungsabnahme, viele kranke Menschen, darunter sehr viele Kinder und weite Gebiete verseuchtes Gebiet scheint es viele Menschen zu geben, die über die Thematik wenig Informationen haben und haben wollen. Die Menschen, nicht nur den Betroffenen in der Ukraine und Weißrussland, dürfen nicht vergessen, dass eine derartige Verstrahlung nicht nach mehreren Jahre verschwindet, wie spektakuläre Meldungen aus den Medien und das davon über Jahrhunderte zahlreiche Menschen betroffen sind und deren Nachkommen und dass gerade wirtschaftlich und politisch instabile Länder eine Unterstützung bei der Bewältigung derartiger Probleme brauchen. Derzeit arbeiten die Menschen vor Ort mit unzureichenden Mitteln daran, die Atomruine zu beobachten und unter Kontrolle zu bekommen/ behalten. Menschen begeben sich in große Gefahr, um nach zuschauen, wie die Situation im “Sarkophag” derzeit ist.

Wenn die Situation auch in Zukunft nicht eskalieren soll ist es notwendig einerseits die neue Hülle bald fertig zu stellen, und auch die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen (die Entfernung der Kernbrennstoffe aus den bis 2000 in Betrieb befindlichen anderen drei Reaktoren) aber auch eine Entsorgung der Atomruine, die langsam am Zerfallen ist und die Erforschung der dafür notwendigen Technologien, die dafür sorgen sollen, dass dies passieren kann ohne Menschen mehr als notwendig Gefahren auszusetzen. Dazu muss sicher gestellt werden, dass die Ukraine die Kernkraftwerke, die zur Zeit des Unfalls in Bau waren, und deren Baustellen nach mehreren Jahrzehnten marode geworden sind, nicht mehr weiter gebaut werden. Die Ukraine muss andere Möglichkeiten zur finanziellen Absicherung bekommen als den Verkauf von Atomstrom an die Länder der EU.

Website zum Film: http://www.arte.tv/de/3839774.html

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Japan, ein Jahr nach Erdbeben, Tsunami und Supergau

Schweigen gegen den GAU
Mit einer Schweigeminute haben Tausende Japaner der Opfer der Dreifachkatastrophe vor einem Jahr gedacht. Auch in Deutschland wird an Fukushima erinnert.
http://www.taz.de/!89366/

Japan gedenkt der 15.800 Opfer
Ansichtssache
http://derstandard.at/1331206979419/Ansichtssache-Japan-gedenkt-der-15800-Opfer

Vorher-Nachher-Fotos
Japans Tsunami-Schlachtfelder: Ein Land räumt auf
http://derstandard.at/1330389863018/Vorher-Nachher-Fotos-Japans-Tsunami-Schlachtfelder-Ein-Land-raeumt-auf

Wie der Tsunami Japans Küstenorte fortriss
Kaum etwas hielt den Wassermassen stand, die Japans Ostküste am 11. März 2011 überfluteten. Vergleiche von Fotos damals mit heutigen Aufnahmen lassen das Ausmaß erkennen.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-03/japan-tsunami-vorher-nachher

Tage am Abgrund nach Beben, Tsunami und GAU
Am 11. März 2011 um 14.46 Uhr Ortszeit zerreißt es den Meeresgrund vor Japans Küste. Die Folgen sind verheerend. Eine Chronologie vom Moment des Megabebens bis heute.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-03/japan-beben-tsunami-gau-chronologie

Mein Leben nach Fukushima
Ein Jahr nach dem Erdbeben und der Atomkatastrophe in Japan beschreibt die Schriftstellerin Banana Yoshimoto, wie sie das Unglück erlebte und wie es ihren Alltag verändert hat.
http://www.zeit.de/2012/10/DOS-Fukushima-Yoshimoto

“Panik ist verflogen, die Angst bleibt“
Der Musiker und Aktivist Otomo Yoshihide im Gespräch über unzuverlässige Informationspolitik nach Fukushima und sein eigenes Aufklärungsprojekt.
http://www.taz.de/!89303/

GAU befreit kritisches Schreiben
Der Reaktorunfall vom 11. März 2011 in Fukushima hat auch die japanischen Medien verändert. Kritik an der Kernenergie ist seither druckfähig.
http://www.taz.de/!89299/

Fukushima im März 2012 – Ein Jahr danach

Vor einem Jahr hat es in Japan ein starkes Erdbeben geben, am Epizentrum, dass rund 130 Kilometer vor der Ostküste der Hauptinsel Honshu entfernt ist hatte es eine Stärke von 9.0 Diesem folgte  ein starker Tsunami , der mit 800 km/h auf die Küste zuraste und  über 10 Meter hohe, teilweise bis zu 40 hohe Flutwellen verursachte. Dabei wurden teilweise ganze Gegenden verwüstet und die dortige Infrastruktur wie Straßen und Zugstrecken und zahlreiche japanische Städte und Dörfer zerstört, insgesamt ca. 115.000 Gebäude entlang eines 400 Kilometer langen Küstenstreifens. Mehr als 340.000 Menschen flohen oder wurden evakuiert, allein gut 87.000 Menschen aufgrund der  vom Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ausgehenden Verstrahlung. Mehr als 19.000 Menschen sterben, zahlreiche Menschen werden auch heute noch vermisst.

Nach dem Erdbeben kam es in mehreren im Erdbebengebiet befindlichen Atomkraftwerken zu Problemen, die stärksten Probleme traten im direkt an der Tsunami- betroffenen Küste  befindlichen Atomkraftwerk  Fukushima Daiichi auf.  Es kam bedingt durch die Zerstörung des Tsunamis, und wie inzwischen bekannt ist, auch schon Erdbebenbedingt zu einem Stromausfall und einer teilweise Zerstörung der Anlagen und der Kühlsysteme der Reaktor-Blöcke und dadurch zu einer Schmelze des Reaktorkerns in mehreren Reaktoren und zu mehreren Wasserstoff-Explosionen, die Teile der Reaktor-Gebäude zerstörten.

Sowohl die Explosionen, die zur Zerstörung der Zerstörung der Gebäude uns zum Herausschleudern von radioaktiven Stoffen führt, die dann durch den Wind verbreitet werden als auch die Notkühlversuche durch Bespritzen der Reaktor-Blöcke mit Wasser  von außen führte zu starker Verstrahlung der Gegend und des Meeres. Eine 20 km breite Evakuierungszone wird festgelegt, die auch heute noch nicht bewohnt werden darf.  Durch die günstige Windsituation wird jedoch ein Großteil der verstrahlten Partikel auf das Meer hinaus geweht. Im Gegensatz zu Tschernobyl handelt es sich „nur“ um  Jod und Cäsium mit weit niedrigeren Halbwertszeiten als die beim Tschernobyl- Unglück auch exponierten Stoffe  Plutonium und  Strontium.

Die evakuierten Menschen und diejenigen die durch den Tsunami ihre Häuser und Wohnungen verloren haben wurden in Notunterkünften untergebracht. Direkt nach den Ereignissen wurde in eine erweiterte Zone im Abstand von 20 bis 30 Kilometer um das AKW eingerichtet,  am 30. September hat die Regierung die Sperrzone aber auf die 20 Kilometer Zone beschränkt. In weniger kontaminierten und  Nicht-gesperrten Gegenden fanden und finden Dekontaminierungsarbeiten statt. Sie reinigen vor allem öffentlichen Parks, Schulen und Plätze. Sie tragen die Erde ab oder drehen sie um und vergraben sie und arbeiten mit Hochdruck-Reinigern deren Wasser sie dann in speziellen Lagern entsorgen. Ziel ist es  die Strahlenbelastung unter bestimmte Grenzwerte zu senken, die vor allem durch radioaktive Cäsium-Isotope verursacht wird. Die Strahlenwerte, die in den wieder aber auch in den durchgehend bewohnten Gegenden, wie unter Anderem in der 60 Kilometer vom AKW gelegenen Stadt Fukushima, Zentrum der gleichnamigen Präfektur, gemessen werden, schwanken nicht nur zwischen den einzelnen Gegenden sondern auch innerhalb der einzelnen Städte und Siedlungen sehr stark, was auch von zahlreichen Einwohnern mit eigenen Messgeräten registriert wird. Deshalb sind auch viele ehemalige Bewohner, vor allem solche mit kleinen Kindern, nach wie vor nicht zurück gekehrt oder nur deshalb, weil sie auf die Arbeit dort angewiesen sind. Im Gegensatz dazu gibt es einige, vor allem ältere Menschen, die trotz erhöhter Strahlenbelastung wieder in ihre Heimatstädte, die in der Sperrzone liegen, zurückkehren möchten, da sie annehmen altersbedingt weniger empfindlich auf die Strahlung zu reagieren und auch größere Schwierigkeiten haben, sich woanders einzuleben. In die Sperrzone von Tschernobyl leben ja wieder mehrere alte Menschen, wie ja u.a. im Film Pripyat gezeigt wird.

Im Kraftwerksbereich sind nach wie vor zahlreiche Arbeiter beschäftigt, die unter schwierigen Bedingungen, die Lage stabilisieren sollen und Schutz- und Entsorgungsmaßnahmen durchführen sollen. Dort wurden auch Tagelöhner eingesetzt,  für die weniger strenge Schutzmaßnahmen und Grenzwerte galten als für die anderen Arbeiter.

Der offizielle Stand der betroffenen Reaktor-Blöcke ist der einer „Kaltabschaltung“, da sie durch die Notkühlsystem auf unter 100 Grad gekühlt werden können. Eine sichere Demontage von Fukushima-Daiichi wird aber, laut Regierung, noch mindestens 40 Jahre dauern.

Aktuelle Berichte über das Unglück und die Unglücksgegend:

Situation in Japan

1 Jahr danach…

Chronik des Versagens
Was genau hat sich vor einem Jahr in den Reaktoren von Fukushima abgespielt? Bis heute verhindert harte Strahlung den Blick hinein. Die Rekonstruktion der Ereignisse zeigt aber: Unvermeidlich war die Katastrophe keinesfalls.
http://www.zeit.de/2012/10/Fukushima

Ein Jahr Katastrophe in Japan
Beben, Tsunami, Fukushima: Als die Welt aus den Angeln gehoben wurde
http://derstandard.at/1330390606256/Ein-Jahr-Katastrophe-in-Japan-Beben-Tsunami-Fukushima-Als-die-Welt-aus-den-Angeln-gehoben-wurde

Tepco zeigt erste Bilder aus dem Reaktor nach Kernschmelze
Temperatur innerhalb des Sicherheitsbehälters angeblich 44,7 Grad – Erneut Kritik von Global 2000
http://derstandard.at/1326503289234/Fukushima-Tepco-zeigt-erste-Bilder-aus-dem-Reaktor-nach-Kernschmelze

Hilferuf aus der Tsunami-Region
Der Wiederaufbau in Iwate stockt, weil das Geld fehlt und die Region bereits vor dem Beben überaltert war
http://derstandard.at/1331206941659/Fukushima—Ein-Jahr-danach-Hilferuf-aus-der-Tsunami-Region

Experiment mit 60.000 Haushalten
Wann ist eine Rückkehr in die verstrahlten Gebiete möglich?
http://www.zeit.de/2012/10/U-Fukushima-Dekontamination

Die Stadt, die überlebte und doch ausstarb
Hirono im 30-Kilometer-Radius um das AKW Fukushima wurde nach dem Beben zum Quartier für Rettungsarbeiter. Die einstigen Bewohner der Stadt wollen nicht mehr nach Hause.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-03/japan-hirono-geisterstadt

An der Sperrzone um Fukushima beginnt das Leben neu
Alltag nach dem GAU: An Schulen lagert kontaminierte Erde, im Klinikum lassen sich Menschen auf radioaktive Strahlung untersuchen. Sven Stockrahm hat Minamisoma besucht.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2011-12/minamisoma-japan-sperrzone

Was wurde aus – Herrn Ihsaka?
5.000 Männer räumen den radioaktiven Müll von Fukushima auf und setzen sich gefährlicher Strahlung aus. Die meisten sind Arbeitssklaven in den Fängen der Mafia. Einer von ihnen ist Idealist.
http://www.zeit.de/2011/50/Jahresrueckblick-Fukushima

„Ich bin Kanonenfutter“
Als die Erde bebte, war er mitten im Meiler. Ein Mitarbeiter erinnert sich an die Katastrophe von Fukushima. Noch heute ist er im AKW tätig.
http://www.taz.de/!89324/

Ums 600fache überschritten
In der Stadt Fukushima hat Greenpeace eine Strahlendosis von bis zu 70 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Die offiziellen Messungen vor Ort scheinen unvollständig zu sein.
http://www.taz.de/!89309/

Die traurigen Rückkehrer
Wird es jemals wie vorher sein? Ein Besuch an einem Ort, der bereits dekontaminiert ist. Die Bewohner trauen sich jedoch kaum nach Hause.
http://www.taz.de/!89377/

Bilder aus Japans Sperrzone
Besuchszeit in der verlorenen Heimat
http://www.zeit.de/wissen/2012-03/fs-fukushima-geisterstadt

Tschernobyl

26 Jahre danach…

Zu Besuch in der Todeszone
Wer den GAU-Reaktor in Tschernobyl besuchen will, macht das auf eigenes Risiko. Aber wenigstens gibt es Touristenführer und ein Dokumentationszentrum.
http://www.taz.de/!89355/

Aktuelle Situation in Japan

Auch wenn es in den westlichen Medien inzwischen leider keine Rolle mehr spielt, die Probleme mit dem Japanischen AKW Fukushima Daiichi [http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Fukushima-Daiichi] sind noch lange nicht gelöst, die Folgen davon werden noch viel länger eine Rolle spielen.

Inzwischen wird immer mehr bekannt, dass einerseits nicht “nur”  der Tsunami an der Katastrophe schuld ist sondern, dass schon dass Erdbeben zu einem Ausfall verschiedener Systeme und damit zur Kernschmelze geführt hat. [http://www.sueddeutsche.de/panorama/atomkatastrophe-in-fukushima-gau-schon-nach-fuenf-stunden-1.1106766  (09.06.2011)]/ [http://www.sueddeutsche.de/panorama/atomkatastrophe-in-fukushima-der-unbemerkte-gau-1.1098291 (17.05.2011)]

Dazu nimmt auch die Strahlung rund um das Kraftwerk aber auch in weiter entfernten Gegenden zu bzw. deren Existenz wird bekannt [http://derstandard.at/1304554266932/Fukushima-Strontium-im-Grundwasser-bei-Atomruine-entdeckt (12.06.2011)]. Ein besonderes Problem ist das für die externe Notkühlung der Reaktoren verwendete und dadurch stark verstrahlte Wasser [http://derstandard.at/1304553578073/AKW-Fukushima-Gefahr-durch-100000-Tonnen-hoch-verseuchtes-Wasser (03.06.2011)]. Durch Exporte ist somit inzwischen auch Europa (wenn auch nur in sehr geringem Ausmaß) von der Strahlungsthematik betroffen. Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle wurde bei Japanischem Grünen Tee aus der Provinz Shizuoka die mehrere hundert Kilometer südlich von Fukushima ist eine Belastung mit radioaktivem Cäsium festgestellt die das doppelte des erlaubten Werts ausgemacht hat. [http://derstandard.at/1308186343485/Erhoehte-Belastung-Verstrahlter-japanischer-Tee-in-Frankreich-entdeckt (17.06.2011)]

In Japan gibt es Bestrebungen den Verkauf von Grünem Tee von bestimmten kontaminierten Plantagen zu stoppen. Auch bei im Pazifik gefangenen Walen wurden erhöhte Radioaktivitätswerte festgestellt. Seit dem Unfall in Fukushima strömt regelmäßig verseuchtes Wasser durch die diversen Schwachstellen des havarierten AKWs in den Pazifik bzw. wird gezielt dorthin abgelassen [http://derstandard.at/1304554443437/Fukushima-Verstrahlter-Tee-in-Japan-entdeckt (15.06.2011)].

Die Beseitigung der Erdbeben- und Tsunamischäden schreitet noch langsam voran, drei Monate nach der Katastrophe leben nach Angaben lokaler Behörden noch ca. 90.000 Menschen in Notunterkünften, bis jetzt wurden ca. 28.000 Behelfsunterkünfte errichtet. Ein weiteres Problem für die betroffenen Menschen ist, dass sie nicht nur ihre Wohnungen sondern auch ihre Arbeitsplätze verloren haben und so nicht die Möglichkeit haben sich selbst zu versorgen. [http://derstandard.at/1304554238455/Katastrophe-in-Japan-Weiter-mehr-als-90-000-Menschen-in-Notlagern (11.06.2011)]

Da für den Sommer durch die Abschaltung mehrerer AKWs Stromengpässe drohen [http://derstandard.at/1304554147994/AKW-Abschaltungen-Wirtschaftsminister-warnt-vor-Stromengpass (10.06.2011)] sollen die durch das Erdbeben und den Tsunami entstandenen Trümmer zur Stromerzeugung genutzt werden [http://derstandard.at/1308186156490/Nach-Erdbebenkatastrophe-Japan-will-Truemmer-in-eigenen-Anlagen-verbrennen (16.05.2011)].

In der Zeit gibt es einen Artikelmit einer Übersicht der Situation in den einzelnen Reaktorblöcken und zur Strahlenbelastung in und um das AKW. [http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2011-06/fukushima-strahlung (04.06.2011)]

Durch die Atomkatastrophe ist auch in Japan eine starke Anti-Atomkraft-Bewegung entstanden die regelmäßig Demonstrationen mit tausenden Menschen organisiert [http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-06/japan-atomkraft-protest (11.06.2011)]/ [http://www.zeit.de/2011/19/Japan (07.05.2011)]/ [http://www.heise.de/tp/artikel/34/34933/1.html (13.06.2011)].

Um nicht nur nicht betroffene Journalisten sondern auch die direkt von Erdbeben, Tsunami und AKW-Unfall Betroffenen zu Wort kommen zu lassen ist das (englischsprachige) E-Book Projekt “2:46 Aftershocks” [http://www.quakebook.org/de/about/]. Der Erlös des Projektes geht ans Japanische Rote Kreuz. Es soll auch eine Printausgabe und eine deutsche Übersetzung geben. [http://www.zeit.de/kultur/literatur/2011-05/fukushima-aftershocks (10.05.2011)]

Zu den diversen (Online)Presseartikeln gibt es auch diverse andere Informationsmöglichkeiten wie unter anderem eine vom AKW-Eigentümer Tepco betriebene Webcam [http://www.tepco.co.jp/nu/f1-np/camera/index-j.html]

Die (deutsche) Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit hat eine eigene Fukushima-Informationswebsite erstellt mit Informationen zur Lage in Fukushima und Japan [http://fukushima.grs.de/]

Da immer mehr Menschen den offiziellen in Japan gemessenen Strahlenwerten nicht mehr trauen gibt es ein Projekt, bei dem die Menschen ihre selbstgemessenen Strahlenwerte angeben können die dann in einer Karte dargestellt werden [http://japan.failedrobot.com/]

Kyshtym (Majak)

Ein Ereignis das auch immer wieder erwähnt wird, wenn es um das Thema Atomare Unfälle geht ist der Unfall in Atomkomplex Majak im Südural, der am 29. September 1957 passiert ist, aber jahrzehntelang verheimlicht worden ist.

Der Unfall führte zu weitreichenden radioaktiven Verstrahlungen in der Gegend. Das verseuchtes Gebiet ist 300 Kilometer lang und zehn bis 40Kilometer breit. 15.000 Menschen wurden ausgesiedelt, die evakuierten Orte in einer 25-Kilometer-Zone zerstört um eine Rückkehr der Menschen unmöglich zu machen. Der Unfall wurde auf Stufe 6 der INES-Scala eingestuft (die höchste Stufe ist 7).

Da sich die  radioaktive Verstrahlung auf den Ural konzentriert hat und der Unfall keine Auswirkungen auf Europa gehabt hat wurde er erst Ende der 90er Jahre im Westen bekannt und auch der Internationalen Atomenergiebehörde gemeldet.

Ereignet hat sich der Unfall in der Plutoniumfabrik Majak, wo der Stoff für die erste sowjetische Atombombe hergestellt wurde. Bei dem Unfall explodierte ein Tank mit 80 Tonnen hochradioaktiver Flüssigkeit (Caesium-137 und Strontium-90). Auch nach dem Unfall ist das Werk weiter betrieben worden. Heute ist dort noch eine atomare Wiederaufbereitungsanlage.

Zu den Problemen durch die unfallbedingte Verstrahlung kommt, dass seit Bestehen der Anlage immer wieder radioaktiv verstrahlte Abwässer in den nahegelegenen Fluss Tescha geleitet werden, was zu zahlreichen Erkrankungen der am Fluss lebenden Menschen führt.

Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Kerntechnische_Anlage_Majak

Artikel

Der verheimlichte Super-Gau

http://www.sueddeutsche.de/wissen/vor-jahren-der-verheimlichte-super-gau-1.907894

Der Gau in Majak Ewiges Feuer in der geheimen Stadt (28.09.207)

http://www.sueddeutsche.de/wissen/der-gau-in-majak-ewiges-feuer-in-der-geheimen-stadt-1.891321

Das Menetekel von Majak

http://www.zeit.de/2007/34/A-Atomkatastrophe

Die Schrecken von Musljumowo

http://www.zeit.de/1992/13/die-schrecken-von-musljumowo

Schlimmer als Tschernobyl

http://www.zeit.de/1997/26/Schlimmer_als_Tschernobyl

Gefährlichster Ort der Welt (1990)

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13501599.html

HIROSCHIMA IM BIRKENWALD (1993)

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13680611.html

Making the Russian Bomb – From Stalin to Yeltsin

http://docs.nrdc.org/nuclear/files/nuc_01019501a_138.pdf

Der bestverschwiegene GAU der Geschichte

http://www.welt.de/kultur/history/article1213772/Der-bestverschwiegene-GAU-der-Geschichte.html

Majak Leben in der Todeszone

http://www.beobachter.ch/natur/umweltpolitik/rubriken/energiepolitik/artikel/majak_leben-in-der-todeszone/

Fotos

http://randbild.de/?ID=XEQ522EW8K

Videos

Verseuchtes Land – Die Atomfabrik Majak

http://vimeo.com/17432730

Der streng geheime erste Atom-Gau

http://www.youtube.com/watch?v=eFTbearvO8s

Übersicht über die atomaren Unfälle der letzten Jahrzehnte

Sellafield (Windscale)

Ein Name der in den letzten Wochen, neben Tschernobyl und Harrisburg/ Three Miles Island auch immer wieder erwähnt worden ist war Sellafield/ Windscale. Dort hat sich 1957 der erste größere atomare Unfall in Europa ereignet. Mehrere Jahre nach dem Unfall und nach einigen anderen Unregelmäßigkeiten wurde der Ort und die Anlage von Windscale in Sellafield umbenannt.

Der Unglücksreaktor war Teil eines großen (immer noch bestehenden) Nuklearkomplex, der als Teil des britischen Kernwaffenprogramms gebaut worden war. Der Name Windscale und auch Sellafield steht für einen sorgloser Umgang mit radioaktivem Material. Seit Jahrzehnten werden regelmäßig radioaktive Stoffe in die Irische See entsorgt. Dazu kommen diverse Unfälle und Unregelmäßigkeiten. Die Reaktoren Pile Nr. 1 und Nr. 2 waren ab 1950 bzw. 1951 in Betrieb bis zum Brand im Jahr 1957. Sie waren Brutreaktoren zur Erzeugung von Plutonium für den Bau von Atombomben. In der Anlage gibt es u.a. auch eine Wiederaufbereitungsanlage für atomare Brennelemente.

Der größte von mehreren Unfällen, der sogenannte “Windscale Brand” ereignet sich zwischen 10. und 12. Oktober 1957.
Im Rahmen einer kontrollieretn Überhitzung zur Ableitung der sogenannten Wigner-Energie kam es zu einem Brand der mehrere Tage nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte und dann nach mehreren Versuchen mit verschiedenen Methoden doch gelöscht werden konnte.

Die Folgen des Brandes und auch der Löscharbeiten war die Freisetzung von erheblichen Mengen radioaktiven Materials die sich über Großbritannien und über das europäische Festland verteilte. Wie auch bei den anderen Unfällen wurde die Bevölkerung erst spät und unvollständig informaiert. Die Warnung erfolgte erst am Tag nach Ende des Brandes. Die Milch von einigen (aber nicht von allen betroffenen!) umliegenden Farmen wurde in die irische See verklappt. Vorhandene Informationen über radioaktive Verseuchung wurden unter Verschluss gehalten. Es gab und gibt unterschiedliche Untersuchungen und Ergebnisse bez. Opferzahlen und Folgen (offiziell 100 Opfer), bis zum Jahr 1990 enstanden 70 Untersuchungsberichte. In den 80er Jahren gab es eine Leukämiewelle in dem Ort Seascale.

Der Unfall 1957 wurde auf der INES Scale auf die Stufe 5 eingestuft(vgl.: Tschernobyl 7/ Fukushima derzeit 5/ Harrisburg: 5)
Die Strahlung ist bis 2005 im Reaktor auf etwa ein Prozent des sehr hohen Wertes nach dem Brand abgeklungen. Beide Reaktoren wurden nach dem Unfall ausser Betrieb genommen. Der Reaktor wird zurzeit (2010) rückgebaut (seit 1993 bis voraussichtlich 2012 (Ende 2. Phase)/ Planung ab 1980er Jahre)

Videos

Windscale: Britain’s Biggest Nuclear Disaster
Entwicklung der (militärischen und nichtmilitärischen) Atomkraft-Nutzung Großbrittaniens
Erklärung der Windscale Reaktoren (Bericht zum Unfall: Teil 6-9 )

Part 01: http://www.youtube.com/watch?v=ElotW9oKv1s //

Part 02: http://www.youtube.com/watch?v=nEs1qLPFlEc //

Part 03: http://www.youtube.com/watch?v=L1XApkJDOPU //

Part 04: http://www.youtube.com/watch?v=9k7jGpISmUM //

Part 05: http://www.youtube.com/watch?v=XW6FQj66lc4 //

Part 06: http://www.youtube.com/watch?v=xULwqKOaAFs //

Part 07: http://www.youtube.com/watch?v=Pfu4hQkKexw //

Part 08: http://www.youtube.com/watch?v=sIKuWW9FUwY //

Part 09: http://www.youtube.com/watch?v=_Svbtz9rihU

Animation der Ausbreitung des “verklappten” Caesium 137
http://www.bsh.de/en/Marine_data/Observations/Radioactivity/Kara_Sea/Animation_Sellafield.jsp

Artikel

Windscale brennt! (41/ 2007)
http://www.zeit.de/2007/41/A-Windscale

Windscale: A nuclear disaster (5. Oktober 2007)
http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/7030281.stm

“Schwerster Atomunfall seit 13 Jahren” (29.05.2005)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,358108,00.html

GROSSBRITANNIEN – Lockende Strahlen (30.9.1999)
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13531048.html

Angst vor der Wahrheit (8.1.1988)
http://www.zeit.de/1988/02/angst-vor-der-wahrheit

Zeitspiegel – Imagepflege (11.7.1986)
http://www.zeit.de/1986/29/zeitspiegel

Alarm auf Station SL-1 – Unfälle in Atomkraftwerken (II) (24.01.1977)
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41001983.html

ATOM-ENERGIE – Hunger noch Kraft (07.11.1956)
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43064563.html

Windscale/Sellafield 1957: Um Haaresbreite am atomaren Inferno vorbei
http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/windscalesellafield_1957_um_haaresbreite_am_atomaren_inferno_vorbei/

Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Windscale-Brand
http://de.wikipedia.org/wiki/Sellafield

Google Maps Karte
http://maps.google.de/maps?ie=UTF8&ll=54.41853,-3.497429&spn=0.034809,0.077162&t=h&z=14

Three Mile Island/ Harrisburg

Zwei Namen die auch immer wieder fallen bei der Diskussion um Atomkraftwerke und Sicherheit sind Three Mile Island und Harrisburg. Three Mile Island ist ein Atomkraftwerk in den USA in der Nähe der Stadt Harrisburg.

Am 28. März 1979 ereignete sich ein Atomarer Störfall im dortigen AKW. Aufgrund von diversen technischen Problemen und auch Fehleinschätzung kam es zu einer partiellen Kernschmelze und einem Austritt von Radioaktivität in einem der beiden Reaktoren der erst wenige Monate vorher in Betrieb gegangen war. Nur durch viel Glück dürfte ein noch größeres Unglück vermieden werden. Der Unfall wurde auf der INES Skala für Nuklearunfälle auf Stufe 5 (von 7) eingestuft. (Tschernobyl war Stufe 7, für Fukushima gibt es noch keine endgültige Einstufung, die derzeitige ist Stufe 5)

Ca. 144.000 Anwohner haben damals die Flucht ergriffen sind evakuiert worden. Wie auch bei den folgenden Atomunfällen dürfte die Informationsweitergabe an die Bevölkerung schlecht funktioniert haben und die Prioritäten der Politiker und Behörden  auf Herunterspielen und Abriegeln gelegen haben. Erst mehrere Tage später kam die Aufforderung  zur Evakuierung von Schwangeren und Kinder in einem Umkreis von 8 Kilometern. Da die erste Meldung schon am Tag des Unfalls per Radio verbreitet worden war, da Mitarbeiter durch CB-Funk Meldungen von der Mobilisierung von Polizei und Feuerwehr und dadurch von dem Unfall erfahren hatten, waren zu dem Zeitpunkt viele Menschen schon geflohen. Bis heute dürfte nicht genau bekannt sein, wie viel Radioaktivität tatsächlich entwichen ist und wie viele Menschen deshalb an Krebs erkrankt sind.

Der nicht zerstörte andere Reaktor blieb  auch nach dem  Unfall in Betrieb. 2009 wurde beschlossen, dass der 1974 in Betrieb gegangene Reaktor nicht 2014 abgeschaltet wird sondern dass die Laufzeit bis 2034 verlängert wird. Bei den Aufräumarbeiten zwischen 1979 und 1993 wurde der zerstörte Reaktor teilweise rückgebaut und dekontaminiert.

Zu den Ereignisse rund um den Zwischenfall gibt es verschiedene Informationen:

Bücher

Robert Jungk (Hrsg.): Der Störfall von Harrisburg – Der offizielle Bericht der von Präsident Carter eingesetzten Kommission über den Reaktorunfall auf Three Mile Island. Erb Verlag, Düsseldorf 1979,

Cristina Perincioli: Die Frauen von Harrisburg, oder: “Wir lassen uns die Angst nicht ausreden”, Rowohlt aktuell, Reinbek 1980
Online: http://www.sphinxmedien.de/seiten/buecher_musik/Die_Frauen_von_Harrisburg.pdf

Karte

Google Maps Ausschnitt:
http://maps.google.at/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&aq=&sll=40.113264,-76.731606&sspn=0.181956,0.308647&ie=UTF8&hnear=&ll=40.149947,-76.722593&spn=0.045465,0.077162&t=h&z=14

Videos

Smart Talk: Three Mile Island Disaster 30th Anniversary

http://www.youtube.com/watch?v=afdkyvSBehw

“MELTDOWN AT THREE MILE ISLAND” (Teil 1 von 6)

http://www.youtube.com/watch?v=eLPAigMuBk0

Alle 6 Teile: http://dvp-potpourri.blogspot.com/2010/05/meltdown-at-three-mile-island.html

Artikel

Wir dachten, sie hatten alles unter Kontrolle (02.04.2011):
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40351537.html

Harrisburg: Der Unfall. Gorleben: Die Angst (6.4.1979):
http://www.zeit.de/1979/15/harrisburg-der-unfall-gorleben-die-angst

Die Zukunft der Atomkraft ist beendet (9.4.1979):
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40351537.html

Sowjetische Schelte (16.04.1979):
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40350270.html

JAPAN – Loch im Sommer (24.03.1979):
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40352038.html

REAKTOR-UNFALL – Wen’s trifft (7.5.1979):
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40350635.html

Der Mensch vergeßt viel Sache die ganze Zeit (13/ 1981):
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13528305.html

Quälende Frage (4/1988):
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13528305.html

Verdammt viel ernster (20/1990):
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13499425.html

Alles unter Kontrolle (18.03.2009):
http://www.zeit.de/2009/13/A-Harrisburg

Reaktorunglück Harrisburg – Das amerikanische Tschernobyl (2009):
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/3849/das_amerikanische_tschernobyl.html

Thre Miles Island (Wikipedia Artikel):
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Three_Mile_Island

Liste der Unfälle in kerntechnischen Anlagen (Wikipedia Artikel):
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Unf%C3%A4lle_in_kerntechnischen_Anlagen

25 Jahre Tschernobyl

In nicht ganz einem Monat (am 26. April)  jährt sich die Tschernobyl-Katastrophe zum 25. Mal. Durch die Probleme die in Japan im AKW Fukushima I aufgetreten sind und immer noch auftreten ist auch die Tschernobyl-Katastrophe, der letzte große bzw. bis jetzt größte bekannte atomare Zwischenfall wieder verstärkt in den Medien.

Da ich damals noch zu jung war um schon viel davon mitzubekommen habe ich mich mal im Web umgeschaut, welche Informationen es dazu gibt. Im Gegensatz zum Unglück in Fukushima wo die Informationspolitik ja auch schon schlecht war dürfte sie bei dem Ereignis in Tschernobyl zuerst gar nicht und dann auch eher wenig vorhanden gewesen sein.

Bekannt geworden ist der Unfall anscheinend nicht dadurch, dass es eine Meldung aus dem betroffenen Land gegeben hat sondern weil 2 Tage nach dem Zwischenfall, also am 28. April, bei einem AKW in Schweden im Rahmen der routinemäßigen Untersuchung der AKW-Mitarbeitern erhöhte Strahlenwerte festgestellt worden sind. Als sicher war, dass die Strahlung nicht vom eigenen AKW stammte wurde aufgrund der vorherrschenden Windrichtung ausgemacht, dass der Strahlenverursacher in der Ukraine sein müsste. Erst auf konkrete Nachfrage hin wurde der Unfall bekannt gegeben.

Dadurch scheint die Informationslage zumindest für die Bevölkerung aber auch für die Politiker auch nicht recht viel besser geworden zu sein oder zumindest das Bedürfnis die Informationen weiterzugeben.

Videos

Auf Youtube gibt es Zusammenstellungen von mehreren Tagesschau-Sendungen aus dieser Zeit:

Ereignis allgemein:

http://www.youtube.com/watch?v=Hv9L53DiQTs

Berichte zur radioaktiv verseuchten Wolke :

http://www.youtube.com/watch?v=9n977DCuNF0

Des weiteren habe ich zwei Videos mit Berichten zum Unglück an sich gefunden, das erste versucht eher genau zu rekonstruieren wie es zu dem Unglück gekommen ist und wie es vermutlich aufgelaufen ist

Verdeutlicht wird es durch Animationen, Original Fotos und Videos und Interviews mit noch lebenden Beteiligten.

N24-Dokumentation: Atomtod in Tschernobyl:

http://www.youtube.com/watch?v=Ag3_6sv-Y5o

Das zweite Video berichtet auch über das Unglück selber aber auch stark über die langwierigen und gefährlichen Arbeiten am AKW die nach dem Unglück notwendig waren und über deren Folgen für die Beteiligten bzw. die Folgen des Unfalls allgemein. Auch in dem Film gibt es Fotos und Videos aus der Zeit unmittelbar nach dem Unglück und Animationen. Es gibt auch Interviews mit direkt oder indirekt beteiligten (u.a. mit Michail Gorbatschow)

Tschernobyl: Alles über die größte Atomkatastrophe der Welt (GERMAN) FULL Doku

http://www.youtube.com/watch?v=0_jMABFYXxs

Zeitschriftenartikel

Auf der Website des Spiegels gibt es einen Themenschwerpunkt Tschernobyl wo auch noch die Original-Artikel aus dem Jahr 1986 abgerufen werden können:

http://www.spiegel.de/thema/tschernobyl/

Der älteste Artikel dürfte dieser sein:

Du Perle im Sternbild des Atoms (Spiegel 19/1986 – 5.5.1986)
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13517024.html

Bericht der Zeit aus dem Jahr 1986:

Der Super-GAU von Tschernobyl

http://www.zeit.de/1986/20/der-super-gau-von-tschernobyl

Karten

Google Maps Ausschnitt:
http://maps.google.at/?ie=UTF8&ll=51.389459,30.103912&spn=0.037332,0.077162&t=h&z=14

Strahlenbelastung um Tschernobyl (10 Jahre nach dem Unglück?)
http://www.oebv.at/sixcms/media.php/229/2000px-Tchernobyl_radiation_1996-de.svg.jpg

Cs-137-Kontamination in Europa verursacht durch den Reaktorunfall in Tschernobyl
http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/umweltthemen/kernenergie/Riskmap/Deutsch/CheEurope/CheEuropegr.htm

Caesium 137-Ablagerungen Europa 1998:
http://www.tschernobylkinder.ch/wp-content/gallery/Kontaminierung/Karte%20Europa.jpg

Tschernobyl, Bhopal und andere Katastrophen
http://www.monde-diplomatique.de/karten/view.php?text=Entwaldung&pagesize=10&page=1&id=32

Wikipedia Artikel

Zum Unglück selber:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tschernobyl-Ungl%C3%BCck

Über die ehemalige Werks”siedlung” Pripjat:
http://de.wikipedia.org/wiki/Prypjat_%28Stadt%29

Informationen zur Situation heute

Auch heute sind noch weite Teile in der näheren und weiteren Umgebung des AKWs verstrahlt. Die Siedlungen in einem Umkreisvon 30 km um das AKW wurden geräumt und das Gebiet ist Sperrgebiet, darf also nur mit Sondergenehmigung betreten werden. Das AKW wurde auch nach dem Unglück weiter betrieben ist aber seit dem Jahr 2000 stillgelegt. Allerdings sind trotzdem laufend Wartungsarbeiten am über dem Katastrophen-Reaktor angebrachten Sarkophag notwendig.

Sowohl die sogenannten Liqidatoren als auch viele Menschen in der Umgebung, sowohl die viel zu spät evakuierten Menschen aus der Sperrzone als auch die im weiteren Umfeld (die Kontaminierung der jeweiligen Gegend ist nicht nur von der Entfernung zum Reaktor sondern auch von der damals herrschenden Windrichtung und der Niederschlagsintensität in der Region zur Zeit des Unglücks abhängig)  leiden auch heute noch unter den Folgen der Katastrophe die aber nicht offiziell anerkannt werden. Viele sind aber auch schon verstorben.

Trotz der hohen Strahlenbelastung leben heute wieder einige v.a. alte Leute im Umfeld des AKWs u.a. in der südlich davon gelegenen Siedlung Tschernobyl u.a. weil sie über die Gefahren unzureichend informiert sind. Dadurch dass der Ort aufgrund der damals vorherrschenden Windrichtung weniger verstrahlt worden ist als die nördlich des AKWs gelegenen Orte/ Städte leben dort heute auch temporär Wissenschaftler die in und ums AKW forschen und Arbeiter die mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt sind. Als Ersatz für die ehemalige Werks”siedlung” (von der Größe her eher Stadt) Pripjat wurde die Stadt Slawutytsch ca. 50 km entfernt vom AKW gebaut.

In den letzten Jahren dürften schon einige Leute mit Sondergenehmigung oder auch illegal beim AKW und in der Umgebung gewesen sein. Es gibt dazu viele Videos u.a. auf Youtube, Bilder und andere Informationen. In diesem Jahr soll das Gebiet auch offiziell für Tourismus freigegeben werden: http://www.zeit.de/reisen/2010-12/tschernobyl-ukraine-tourismus

Informationen zum Erbeben und seinen Folgen in Japan am 11.3.2011

Karten und Grafiken:

Satellitenbilder der Zerstörung durch den Tsunami (Vergleiche mit der Situation davor):

Zeitleisten:

Karte/ Informationen zum Erdbeben und Tsunami:

Artikelsammlungen/ Informationen:

Live-Ticker:

Informationen und Satellitenbilder für Google Earth (KML Datei):

http://mw1.google.com/crisisresponse/2011/japan_earthquake_2011/earthquake/google/Japan_earthquake2011_nl.kml

Frühere Atomunfälle

Harrisburg: http://www.zeit.de/2009/13/A-Harrisburg

Tschernobyl:

Hintergrundinformationen

Erdbebengebiete und Standorte von Atomkraftwerken: http://maptd.com/map/earthquake_activity_vs_nuclear_power_plants/

AKWs in Deutschland: http://www.spiegel.de/flash/flash-24377.html